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3 Tipps für den perfekten Saisonstart

3 Tipps für den perfekten Saisonstart

Die ersten Sonnenstrahlen kommen heraus, das erste warme und trockene Wetter steht vor der Tür und du freust dich schon auf die erste Fahrt mit deinem Oldtimer nach der Winterpause.

Mit diesen 3 Tipps möchte ich dabei helfen, den perfekten Saisonstart zu meistern – ohne ein Ende voller Frust.

Tipp #1: Batterie laden

Vor so ziemlich genau einer Woche wollte ich meinen Jaguar das erste Mal für dieses Jahr aus der Garage holen und ausfahren. Ich checkte alles nach Plan, setzte mich ins Auto, startete und es machte nur ein Geräusch: „Klack“.
Die Batterie war leer.

Hatte ich doch tatsächlich vergessen, die Batterie zu laden. Auch eine abgeklemmte Batterie verliert mit der Zeit die Kapazität. Das liegt daran, dass sich mit der Zeit die Bleiplatten der Batterie zersetzen.
Fahrzeugbatterien sind Akkus, die regelmäßig ge- und entladen werden müssen, um eine Sulfatierung (Kristallbildung und somit Schwinden der Bleiplattenoberfläche der Akkus) zu verhindern.

Tipp: Lade die Batterie alle 2-3 Wochen auf, auch wenn sie abgeklemmt ist und der Wagen steht. Besorge dir ein günstiges und elektronisches Ladegerät, welches du nach einem bestimmten Zeitplan anschließen und für 1-2 Tage angeschlossen lässt. Das Ladegerät übernimmt dann den Rest.
Mit diesem Gerät habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht.

Tipp #2: Flüssigkeiten kontrollieren

Viele kontrollieren, wenn überhaupt, das Motoröl (was auch am wichtigsten ist). Aber alle anderen Flüssigkeiten sind ebenso sehr wichtig: Kühlerfrostschutz lässt den Motor weder einfrieren noch überhitzen und altert je nach Bedingungen sehr stark. Du solltest es vor jeder Fahrt kontrollieren, auch um einen Verlust festzustellen.

Tipp: Bei Fahrzeugen mit Ausgleichbehälter sollte im kalten Zustand das Flüssigkeitsniveau zwischen min. und max. sein, im Heißen kurz vor max. Bei Fahrzeugen ohne Ausgleichbehälter haben die Kühler meistens eine Markierung. Falls nicht, bitte beim Auffüllen darauf achten, dass 2-3 Fingerbreit Platz zwischen dem Kühlflüssigkeitsstand und dem Einfülldeckel bleiben, da sich die Flüssigkeit bei Wärme ausdehnt. Im heißen Zustand hat das Auto einen höheren Flüssigkeitsstand.

Bremsflüssigkeit ist deine Verbindung vom Bremspedal zur Bremse: Diese sollte ebenfalls regelmäßig kontrolliert und und gewechselt werden, auch um zu schauen, ob ein Verlust oder eine bräunliche Verfärbung eintritt. Wenn du einen Verlust feststellst, dass z.B. eine Kammer im Hauptzylinder weniger Flüssigkeit aufweist als die andere oder sich die Bremsflüssigkeit bräunlich schwarz verfärbt, solltest du sie wechseln oder einen Profi danach schauen lassen.

Automatikgetriebeöl kannst du erst richtig bei betriebswarmem Motor und mehreren Kilometern Probefahrt zuverlässig kontrollieren. Du kannst aber vor der ersten Fahrt die Farbe und den Geruch prüfen oder ob sich über die Standzeit eine Lache gebildet hat. Stinkt das Öl oder ist es dunkel verfärbt, sollte es gewechselt werden, da auch Automatikgetriebeöl starken Belastungen ausgesetzt ist. Einen regelmäßigen Wechsel mindestens alle 4 Jahre halte ich für sinnvoll.

Motoröl wird vor jeder Fahrt kontrolliert und sollte regelmäßig jedes Jahr – Kilometer- oder Meilen-unabhängig – gewechselt werden.

Hinterachs- bzw. Differentialöl sowie Schaltgetriebeöl können meistens nur von unten geprüft werden. Sollten sich keine übermäßig großen Lachen gebildet haben, kannst du davon ausgehen, dass genügend vorhanden ist. Beides sollte trotzdem jedes Jahr einmal kontrolliert und der Flüssigkeitsstand, wenn nötig, korrigiert werden.

Tipp: Vorsicht bei Undichtigkeiten am Differential, dort ist nur wenig Öl enthalten, meistens je nach Größe 1-3l. Hast du eine Undichtigkeit, solltest du öfters kontrollieren oder die Undichtigkeit beseitigen lassen; das Gleiche gilt auch für das Schaltgetriebe.

Tipp #3: Sicherheits-Check mit Sichtprüfung (soweit möglich)

Nachdem du nun alle Flüssigkeiten gecheckt hast, kommt nun vor der Probefahrt noch ein kurzer Sicherheits-Check – wir wollen ja nicht angehalten werden.

Als erstes ist die Beleuchtung an der Reihe. Es kann sein, dass eine Glühbirne über die Standzeit ihren Dienst quittierte. Du kannst alles bequem alleine prüfen, bis auf die Bremslampen. Nimm dir hierfür entweder eine weitere Person zur Hilfe oder fahre dicht vor eine Wand oder Fenster, um die Reflexion zu sehen. Alternativ klemme mit einem Holzscheit o.Ä. das Bremspedal fest. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Nachdem die äußere Beleuchtung geprüft ist, schaust du, ob alle Kontrolllampen funktionieren. Öldruck und Generatorlampe sind am wichtigsten und müssen beim Einschalten der Zündung leuchten. Sind alle Kontrolllampen an, kannst du starten. Achte beim Starten auf Geräusche wie schlagen, klopfen oder tickern. Ein Tickern kann auch nach längerer Standzeit auftreten, das ist erstmal nicht weiter schlimm, solange es nicht regelmäßig auftritt. Dies sollte aber verschwinden, sobald der Motor warm ist. Ist das nicht der Fall, solltest du einen Fachmann konsultieren.

Zur Erläuterung: Das beschriebene Geräusch entsteht immer dann, wenn zu viel Spiel zwischen Ventil und seiner Betätigung ist. Ein mit Öl gefülltes Element, genannt Hydro-Stößel, gleicht das Spiel aus. Manchmal kommt es aber vor, dass der Hydro-Stößel den Ölstand nicht mehr halten kann und es kommt zu diesen Geräuschen.

Kommt es häufiger vor, dass du tickernde Geräusche nach dem Kaltstart oder sogar auch nach dem Warmstart hast, solltest du eine Werkstatt deines Vertrauens damit beauftragen, danach zu schauen.

Nun ist es aber auch mal an der Zeit, den Wagen auszuführen und mit ihm ein Ründchen zu drehen. Achte beim Bremsen auch auf Rubbeln, Schiefziehen oder Schlagen in der Lenkung. Auch kannst du testen, ob die Bremsen im Allgemeinen fest sind, indem du einfach mit ganz langsamer Geschwindigkeit, eher ein leichtes Rollen auf gerader Fläche, Getriebe im Leerlauf bis zum Stillstand rollen lässt. Kurz vor dem Stillstand darf sich die Geschwindigkeit nur gleichmäßig verringern. Ist die Bremse oder Teile davon fest, würde der Wagen kurz vor dem Stillstand einfach auf einmal stehen bleiben und nicht gleichmäßig ausrollen. Bitte achte bei solchen Tests immer auf den Verkehr. Am besten eignen sich hierfür gerade Parkplätze und einsame Straßen.

Wenn jetzt alles in Ordnung ist, steht der ersten Ausfahrt nichts mehr im Wege. Dafür wünsche ich dir eine angenehme und gute Fahrt.

Und nun … führe dein Schätzchen aus.

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Beste Grüße
Sebastian Schwarz

P.S. Wenn du alle Tipps gern noch einmal in kompakter Form als Checkliste haben möchtest, kannst Du mir über das Kontaktformular eine Nachricht senden und ich sende sie dir umgehend zu.

P.P.S. Hast Du Fragen, Wünsche, Anregungen, Verbesserungsvorschläge, positive sowie negative Kritik, schreibe mir eine Nachricht.

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